TZI – Themenzentrierte Interaktion

Die TZI ist auch ein Kind der Humanistischen Psychologie und wurde von Ruth Cohn begründet.
Die TZI ist ein Verfahren für die Gestaltung von Gruppen und Lernkontexten. Dabei steht das TZI-Dreieck als Planungs- und Analyse-Instrument im Vordergrund.

tzi-kreis

Quelle: Langmaack – Einführung, S.73

 

Für die Arbeit mit der TZI wurden drei Axiome als Grundlage beschrieben:

Autonomie: Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist auch Teil des Universums. Er ist darum autonom und interdependent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz (Allverbundenheit).

Wertschätzung: Ehrfurcht gebührt allem Lebendigen und seinem Wachstum. Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen. Das Humane ist wertvoll, Inhumanes ist wertbedrohend.

Grenzen erweitern: Freie Entscheidung geschieht innerhalb bedingender innerer und äußerer Grenzen. Erweiterung dieser Grenzen ist möglich.“[1]

Auf Basis dieser Axiome wurden drei Postulate formuliert:

  1. Sei deine eigene Chairperson, die Chairperson deiner selbst!
  2. Störungen haben Vorrang
  3. Verantworte dein Tun und Lassen – persönlich und gesellschaftlich

Hilfsregeln

„Die Hilfsregeln können die Interaktion in einer Gruppe günstig beeinflussen. `Wichtig ist, dass Hilfsregeln taktvoll und nicht diktatorisch angewandt werden. Jede Regel kann ad absurdum geführt werden.`

  1. Vertritt dich selbst in deinen Aussagen; sprich per „Ich“ und nicht per „Wir“ oder per „Man“. Diese Formen lassen auf ein „Verstecken“ hinter der Gruppe oder einer öffentlichen Meinung schließen. Hinzu kommt, dass es durch eine derartige Kommunikation leicht fällt, Hypothesen entgegen ihrer Natur als Tatsache darzustellen.
  2. Wenn du eine Frage stellst, sage, warum du fragst und was deine Frage für dich bedeutet. Sage dich selbst aus und vermeide das Interview. `Echte Fragen verlangen Informationen, die nötig sind, um etwas zu verstehen oder Prozesse weiterzuführen. Authentische Informationsfragen werden durch die Gründe für die Informationswünsche persönlicher und klarer.`
  3. Sei authentisch und selektiv in deinen Kommunikationen. Mache dir bewusst, was du denkst und fühlst und wähle, was du sagst und tust.
  4. Halte dich mit Interpretationen von anderen so lange wie möglich zurück. Sprich stattdessen deine persönlichen Reaktionen aus.
  5. Sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen. Verallgemeinerungen unterbrechen den Gruppenprozess. Sie dienen dem Gesprächsverlauf nur, wenn sie einen Themenbereich zusammenfassend abschließen und zu einem neuen Thema überleiten.
  6. Wenn du etwas über das Benehmen oder die Charakteristik eines anderen Teilnehmers aussagst, sage auch, was es dir bedeutet, dass er so ist, wie er ist (d. h. wie du ihn siehst.)
  7. Seitengespräche haben Vorrang. Sie stören und sind meist wichtig. Sie würden nicht geschehen, wenn sie nicht wichtig wären.
    Auch wenn Seitengespräche vordergründig stören, sind sie meist wichtig für die tieferen Ebenen der Kommunikation. Sie können neue Anregungen bringen, Unklarheiten herausstellen, Missverständnisse verdeutlichen oder auf eine gestörte Interaktion (Beziehung) hinweisen.
  8. Nur einer spricht zur selben Zeit. Niemand kann mehr als einer Äußerung zur selben Zeit zuhören. Und einander Zuhören signalisiert das konzentrierte Interesse füreinander, das Gruppen zusammenhalten lässt.
  9. Wenn mehr als einer zur selben Zeit sprechen will, verständigt euch in Stichworten, worüber ihr zu sprechen beabsichtigt. So werden alle Anliegen kurz beleuchtet, bevor die Gruppenaktion weitergeht.
  10. Beachte die Körpersignale! Beobachte eigene und fremde Körpersignale.“[2]

Ressourcen:

  • Cohn, Ruth: Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion, Klett Cotta, 1986.
  • Klein, Irene: Gruppenleiten ohne Angst, Auer, 2000
  • Langmaack, Barbara: Einführung in die TZI, Beltz, 2001
  • Langmaack, Barbara: Wie die Gruppe laufen lernt, Psychologie Verlags Union, 1992
  • Löhmer, Cornelia/ Standhardt, Rüdiger: TZI – Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten, Klett-Cotta, 2006
  • Schneier-Landolf, Mina,/ Spielmann, Jochen/ Zitterbarth, Walter: Handbuch Themenzentrierte Interaktion (TZI), Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
  • http://www.ruth-cohn-institute.com/ Ruth Cohn Institut International

Fussnoten

[1] Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Themenzentrierte_Interaktion

[2] Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Themenzentrierte_Interaktion

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